Weimar

"Einer Stadt kann kein größeres Glück begegnen, als wenn mehrere, im Guten und Rechten gleichgesinnte, schon gebildete Männer daselbst nebeneinander wohnen", sagte einst Johann Wolfgang von Goethe über die Stadt Weimar in Thüringen. Schon zum fünften Mal hatten nun Elftklässler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums die Gelegenheit die Kulturhauptstadt 1999 im Rahmen einer Studienfahrt besichtigen zu können.

Die Fahrtteilnehmer 2006 vor dem Bauhaus-Archiv.

"Wieso lebten eigentlich so viele bedeutende Persönlichkeiten in Weimar?" Mit dieser Frage begann die ausführliche Stadtführung für die Schülerinnen und Schüler am ersten Nachmittag der Studienfahrt. Die Antwort auf diese Frage liegt in der Geschichte. Besonders die Herzogin Anna Amalia lud Berühmtheiten wie Johann Gottfried von Herder, Christoph Martin Wieland und Johann Wolfgang von Goethe in ihre Heimatstadt ein, ihnen folgten Friedrich Schiller und Franz Liszt. All diese Menschen wirkten in Weimar und begründeten den Ruhm der Kulturmetropole.

Allerdings lernten die Schüler am folgenden Tag auch die Schattenseite der Geschichte Weimars kennen. Bereits auf der „Blutstraße“ zum Konzentrationslager Buchenwald wurde es still im Bus. Bei der Führung durch die noch vorhandenen und rekonstruierten Gebäude bekamen die Schüler eine Vorstellung davon, wie hier zwischen Juli 1937 bis April 1945 etwa 250 000 Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten.  50 000 Menschen kamen auf dem Gelände unter Qualen zu Tode – ihre Leichen wurden in dem noch fast vollständig erhaltenen Krematorium verbrannt. Täglich mussten die leidenden Gefangenen mit ansehen, wie Tiere im Zoo neben dem Lager besser behandelt wurden als sie. Zum Ende der Führung herrschte eine sehr bedrückte und traurige Stimmung unter den Schülern.

Am dritten Tag der Studienfahrt standen Erfurt und die Wartburg auf dem Programm. Der wohl einmalige mittelalterliche Charakter der Stadt Erfurt war an den zahlreichen gut erhaltenen Gebäuden und der berühmten Krämerbrücke gut zu erkennen. Zum Abschluss der Fahrt erfolgte die Besichtigung der 1067 errichteten  Wartburg, die ihre Popularität durch die heilige Elisabeth, Martin Luther, Johann Wolfgang von Goethe und schließlich das Wartburgfest erhielt. Die Begleitpersonen Dr. Matthias Heeke und Kirsten Schmies freuten sich über einen guten und reibungslosen Verlauf der Studienfahrt. Den Schülern wird sie sicher als wertvolle Erfahrung in Erinnerung bleiben.  (Theresa Rottke, Jgst. 11)