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14.09.2017

Podiumsdiskussion am Geschwister-Scholl-Gymnasium

DirektkandidatInnen stellen sich den kritischen und kontroversen Fragen der Oberstufenschülerschaft des GSG.

Rund 200 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe hatten sich versammelt, um den DirektkandidatInnen des Wahlkreises Münster, Sybille Benning (CDU), Robert von Olberg (SPD), Hubertus Zdebel (Die Linke), Jörg Berens (FDP) und Maria Klein-Schmeink (Bündnis 90/ Die Grünen) ihre zuvor im Unterricht entwickelten Fragen zu stellen. Durch die Diskussion führten als Vertreter der Schülerschaft souverän und mit Humor Tomma Fiedler und Coraghessan Steinbach.
 
Nach einer mal ausschweifenden, mal sehr pointierten Vorstellungsrunde begann die Diskussion mit der Frage, ob eine Vollverschleierung in der Öffentlichkeit verboten werden sollte.  Besonders eindeutig positionierte sich hierzu der Vertreter der Linken, der ein Verbot absolut ausschloss, denn ein solches widerspreche der Religionsfreiheit und der freien Persönlichkeitsentfaltung. Laut Zdebel gebe es verschiedenste Motive, sich für eine Burka zu entscheiden und diese müssten respektiert werden. Sybille Benning von der CDU setzte dem entgegen, dass eine Vermummung gerade in der Öffentlichkeit problematisch sei und die Kommunikation durch das Tragen einer Burka erheblich erschwert werde. Zudem sei es letztendlich auch ein Zeichen der Integration, sich nicht völlig zu verschleiern. Auch der Kandidat der FDP bezeichnete die Burka als Integrationshemmnis und eine Barriere für die Kommunikation.
 
Robert von Olberg (SPD) sowie Maria Klein-Schmeink (Bündnis 90/ Die Grünen), verlegten den Schwerpunkt der Frage und formulierten, dass es faktisch in Deutschland gar keine Überfremdung diesen Ausmaßes gäbe und es sich somit bei dieser Debatte um eine Scheindebatte handle.  Der fragende Kommentar einer Schülerin, ob die Aufmerksamkeit, die dieser Frage zuteil wird, nicht gerade den rechten Lagern zuspiele, wies in die gleiche Richtung und traf auf zustimmendes Gemurmel aus dem Publikum. Mit dem Gedanken, dass es ein Fehler sei, den rechten Lagern die Möglichkeit zu geben, diese Debatte zu instrumentalisieren (Zdebel), musste dieses Thema aus Zeitgründen jedoch beendet werden.

Ähnlich kontrovers und unter reger Schülerbeteiligung wurden die nächsten Themen, (soll der Umstieg auf 100% erneuerbare Energien konkretes Ziel der kommenden Regierung sein und welche Mitbestimmungsmöglichkeiten für Jugendliche kann die Politik eröffnen) diskutiert.

Im Anschluss an diese vorbereiteten Fragen gab es noch Raum für eine offene Fragerunde. Ein dutzend Finger schnellten in die Höhe, Fragen über neue Speichertechnologien von Strom, den Dieselskandal und auch über Cannabislegalisierung zeigten das breitgefächerte Interesse der Schülerschaft. Leider war die Zeit zu knapp, um alle Fragen zu beantworten und gleich nach der Diskussion versammelten sich einige Schülerinnen und Schüler auf der ‚Bühne‘, um den Politikern und Politikerinnen ihre Fragen persönlich zu stellen.

Eine gelungene Veranstaltung und eine sehr gute Vorbereitung auf die kommende Bundestagswahl bzw. auf die Juniorwahl, für die Schülerinnen und Schüler, die noch nicht wählen dürfen.

Text: Ilja Ay und Jana Tobschall