Einige Fragen zu G9

Häufig gestellte Fragen zum Thema „G9 neu“ die vielleicht auch für Sie von Interesse sind  -  wir beantworten diese Fragen gerne, um Ihnen zu helfen, die richtige Schule für Ihr Kind zu finden.


1. Warum bietet das Geschwister-Scholl-Gymnasium „G 9 neu“ an?

2. Wird G 9-Schülern garantiert, dass sie ihre Laufbahn am GSG bis zum Abschluss absolvieren können?

3. Welche Schulabschlüsse erreichen G 9-Schüler zu welchem Zeitpunkt in ihrer Schullaufbahn?

4. Was passiert, wenn ein G 9-Schüler umzieht?

5. Wie sieht die Übermittagbetreuung am Geschwister-Scholl-Gymnasium aus?

6. Gibt es passende Lehrbücher für G 9?

7. Hat G 9 am Scholl Auswirkungen auf die Kooperation mit den anderen  Münsteraner Gymnasien?

8. Was haben die „Schnelllerner“ von G 9?

9. Ist ein G 9 Gymnasium ein „Gymnasium zweiter Klasse“?

Unsere Antworten:

1. Viele Eltern und Schülerinnen und Schüler – nicht nur in Nordrhein-Westfalen - empfinden den verkürzten Bildungsgang bis zum „Turbo-Abitur“ als Belastung, die ein kreatives und selbstständiges Lernen nur schwer möglich macht. Die Gelegenheit, schulische und außerschulische Erfahrungen zu machen, die nicht nur durch die Anforderungen des Noten- und Punktesystems definiert werden, wird dadurch stark eingeschränkt. Die mit G 8 verbundene Absicht, das Eingangsalter von Schülern immer weiter abzusenken, wird unter entwicklungspsychologischen Gesichtspunkten („pubertierende Schüler in der Oberstufe“) zunehmend kritischer gesehen. Und auch viele Universitäten stehen dem Ziel, Abiturienten immer früher in Ausbildung und Studium zu bringen, skeptisch gegenüber.
Wir wollen deshalb unseren Schülern wieder mehr Lernzeit bis zum Abitur zugestehen. Wir möchten ihnen ein vertieftes und intensives Lernen mit mehr Übungsphasen im Unterricht bieten und das Lernen insgesamt stressfreier gestalten. Die Kinder sollen die Möglichkeit (zurück)erhalten neben der Schule auch noch ihren Neigungen und Interessen in der Gemeinde, im Verein, in der Musikschule oder bei anderen Aktivitäten nachgehen zu können. Zur Entwicklung der Persönlichkeit gehört soziales und emotionales Lernen, kritisches und kreatives Denken sowie die Vermittlung geschlechtersensibler und interkultureller Kompetenzen. Darin lagen schon immer die Stärken unserer Schule, diese Stärken wollen wir weiterentwickeln.
Wir wollen auch Eltern ermutigen, ihre Kinder zu uns zu schicken, die vielleicht Sorge haben, dass ihr Kind den verdichteten Anforderungen von G 8 nicht gewachsen ist oder die, trotz einer gymnasialen Eignung, ihr Kind an einer anderen S I-Schulform anmelden möchten; wir bieten die Alternative, auf direktem Wege ohne einen Schulwechsel nach der Sekundarstufe I das Abitur zu erlangen.


2. Ja. Der Schulversuch ist zeitlich so dimensioniert, dass alle Schülerinnen und Schüler bis zum Abitur ihre Laufbahn in „G9 neu“ abschließen können.

3. Am Ende der Sekundarstufe I (Klasse 10) erwerben die SchülerInnen die Versetzung in die gymnasiale Oberstufe und gleichzeitig – anders als an einem G 8-Gymnasium - auch den S I-Abschluss („Mittlerer Schulabschluss“).
 Am Ende von Q1 (= Qualifikationsphase 1 = Jahrgansstufe 12) kann der schulische Teil der Fachhochschulreife, am Ende von Q2 (Jahrgangsstufe 13) die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) erworben werden.

4. Zieht ein Schüler um in einen Ort bzw. in ein Bundesland, in dem es kein G9-Gymnasium gibt, wird dieser Schüler in Absprache mit der abgebenden Schule, also dem Geschwister-Scholl-Gymnasium, in die für ihn passende Klasse integriert. Beispiel: der Schüler wechselt am Ende der Stufe 8 von G9 in ein anderes Bundesland, in dem es nur G8 gibt, dann würde er dort nach Abgleich des Leistungsstandes und seiner Vorkenntnisse entweder probeweise in die Stufe 9 oder in die Stufe 8 aufgenommen werden. Selbstverständlich würde solch ein Wechsel vom Scholl-Gymnasium durch Gespräche mit den Eltern und der aufnehmenden Schule intensiv begleitet. Ähnliche Situationen gab es jedoch schon immer, weil die schulischen Rahmenbedingungen in den Bundesländern unterschiedlich sind.

5. Die Übermittagbetreuung in der 5. und 6. Klasse wird als gebundener Ganztag geführt. Montag, Mittwoch und Donnerstag dauert er Unterricht jeweils bis 15.00 Uhr, am Dienstag und Freitag jeweils bis 13.15 Uhr. Am Montag, Mittwoch und Donnerstag gibt es zwischen 12.30 – 13.30 Uhr eine Mittagspause, in der  die Möglichkeit besteht, in unserer  Mensa zu essen und anschließend verschiedene Betreuungsangebote (Sport, Spiele, Entspannung, etc.) wahrzunehmen. Im Anschluss an den regulären Unterricht können alle Schüler*innenam Silentium, an zusätzlichem Förderunterricht und/ oder an Arbeitsgemeinschaften teilnehmen.

6. Es gibt im Moment keine auf „G 9 neu“ abgestimmten Lehrbücher, weil für die Schulbuchverlage noch nicht überschaubar ist, wie groß der Bedarf an solchen Büchern sein wird. Für den Unterricht stellt das kein Problem dar. Sowohl „G 9 neu“ als auch G 8 basieren auf kompetenzorientierten Lehrplänen, so dass man sehr gut mit den G 8 Lehrbüchern arbeiten kann und deren zusätzliche Materialien/Aufgaben etc. nutzen kann, die sonst wegen Zeitmangels nicht mit den SchülerInnen bearbeitet werden können. Die Bücher können so jahrgangsübergreifend eingesetzt werden; außerdem wird durch die Lehrer zusätzliches Übungs- und Lernmaterial jeglicher Art bereitgestellt.

7. Die Kooperation mit den anderen Gymnasien bezieht sich nur auf die Oberstufe. Da die Oberstufe für G 8 und G 9 gleich strukturiert ist und 3 Jahre umfasst (Einführungsphase EF, Q1, Q2), ist es völlig unerheblich, ob ein Schüler vor Eintritt in die Oberstufe 5 oder 6 Jahre in der Sekundarstufe I verweilt hat – im Gegenteil ist eher zu erwarten, dass Schüler nach 6 Jahren Sek.I (G 9) bessere Zugangsvoraussetzungen für die Oberstufe mitbringen.

8. Grundsätzlich haben alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, in 9 Jahren das Gymnasium bis zur Abiturprüfung zu durchlaufen. Für die SchülerInnen, die schneller lernen, besteht im Anschluss an die Erprobungsstufe (Klassen 5 und 6) die Möglichkeit, entsprechend ihrem Lerntempo ihren Bildungsgang zu beschleunigen. Dabei wird nach intensiver Beratung die Möglichkeit des individuellen Überspringens einer Jahrgangsstufe geboten.

9. Nein. Auch für gute SchülerInnen ist es von Vorteil, vertieftes, ruhiges Lernen mit mehr Übungsphasen wahrnehmen zu können und darüber hinaus noch Zeit für Sportangebote, Musikschule oder soziales Engagement zu haben. Im Übrigen bietet G 9 den Schülern die Chance Zusatzkompetenzen und Zusatzqualifikationen zu erwerben, die im verkürzten Durchgang zeitlich nicht unterzubringen wären.