Kooperationsvertrag zwischen Scholl-Gymnasium und Kunst-Akademie verlängert

Ein "Pakt für die Ewigkeit": Am Scholl-Gymnasium wurde gestern die unbefristete Kooperation zwischen Schule und Kunstakademie vertraglich festgehalten. Foto: Geschonke

Marc Geschonke, MZ 6.11.2008

KINDERHAUS Unbefristete Kreativität kann für manch zartes Seelchen eine schwere Bürde sein - das Scholl-Gymnasium indes macht aus der "Not" eine Tugend und bindet sich fristlos an Kraft und Wissen der Kunstakademie Münster. 

"Die Kunst des Lehrens ist die Kunst, entdecken zu helfen", hat einmal jemand gesagt. Als gestern der Kooperationsvertrag zwischen Gymnasium und Akademie unterzeichnet wurde, stand schnell fest: Wer die Kunst lieber vorab (für sich) entdecken möchte, bevor er vielleicht in selbiger untergeht, wird mit dem Besuch des Leistungskurses von Lehrerin Stephanie Daume die richtige Entscheidung treffen.

Offenheit

Als bloßer "Grüßonkel" und Schönwettermacher kam Professor Udo Scheel - Rektor der Kunstakademie - sicherlich nicht vor fast vier Jahren zum Scholl-Gymnasium. "Es war für uns Neuland und Ehre zugleich", sagt Heinz Beumer in der Rückschau. Beide legten schon damals viel Wert darauf, dass gemeinsam inhaltliche "Profilarbeit" geleistet und nicht nur hier und da mal zum Tag der offenen Tür geladen werde. "Gute Kommunikation und Offenheit zu beiden Seiten", so betont auch Stefan Hölscher (Kunstakademie), seien das entscheidende Merkmal in dieser Kooperation - schließlich solle niemand "blauäugig" in die Kunst entsendet werden.

Seit 2004 wird das Fach Kunst in der Oberstufe im Leistungskurs angeboten - und mit großer Resonanz belegt. Tendenz: steigend. Über die Kooperation intensivieren Schüler und Lehramtsanwärter da den Austausch, bereichern sich gegenseitig. So sah es der alte "Vertrag" vor, und so wird es auch bis heute umgesetzt. Tendenz: ebenfalls zunehmend. In der Präambel des Vertrags ist niedergeschrieben, "dass der Kunst nicht nur hinsichtlich einer umfassenden Persönlichkeitsbildung, sondern auch im Hinblick auf die gesellschaftlich relevanten Wahrnehmungs- und Gestaltungsfähigkeiten eine allgemeine Bedeutung zukommt. Dieser allgemeinen Relevanz der Kunst soll im Kontext aktueller Umstrukturierungen und Neuorientierungen im gesamten Bildungswesen Geltung verschafft werden."

Was nichts anderes heißt als: Austausch ermöglichen, Persönlichkeiten kennenlernen, Lebens- und Wirkungs-Hintergründe verstehen - alles aus erster Hand. Dass dies ankommt, zeigen die "proppevollen" Leistungskurse von Stephanie Daume - mit Kunst-Liebenden und -Lernenden aus drei verschiedenen Schulen. Auch die Folgen sind durchaus positiv zu werten - Abiturienten haben ihre hier gemachten Erfahrungen in Design-Studiengängen fortgesetzt. "Und die jungen Leute gehen vorsichtiger mit ihrer Entscheidung um", weiß Beumer zu schätzen. Menschliche Reife - nicht die schlechteste Begründung für eine Vertrags-Entfristung.