Praktische Philosophie

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium bietet in der Sekundarstufe I in allen Jahrgängen mindestens einen Kurs Praktische Philosophie an.

Umsetzung des Faches

Schüler*innen, die nicht der evangelischen bzw. katholischen Religionsgemeinschaft angehören und die nicht ausdrücklich bekunden, am Religionsunterricht teilnehmen zu wollen, nehmen verpflichtend am Unterricht in Praktischer Philosophie teil. Auch alle Schüler*innen, die von ihren Eltern vom Religionsunterricht abgemeldet wurden, nehmen verpflichtend an diesem Unterricht in Praktischer Philosophie teil. Ab 14 Jahren sind Schüler*innen religionsmündig und können selbst einen Antrag auf Befreiung vom Religionsunterricht stellen. Auch sie wechseln dann in den Philosophieunterricht, die Eltern werden darüber benachrichtigt.
In aller Regel bleiben die Kurse bis zur Klasse 10 in ihrer Zusammensetzung konstant, obwohl die Schüler zu Beginn eines Halbjahres innerhalb der ersten 14 Tage noch wechseln können. Das Fach ist dem Religionsunterricht in der Sekundarstufe I gleichgestellt und damit auch versetzungswirksam.

In den drei Doppeljahrgangsstufen sind die Bände „Praktische Philosophie“, hrsg. v. R. Henke, E. Sewing und B. Wiesen aus dem Cornelsen-Verlag eingeführt.

Ergänzt werden die Lehrbücher durch aktuelles Material aus Zeitungen, Zeitschriften, weiteren Lehrwerken usw., die den Schüler*innen in Kopie zur Verfügung gestellt werden.

Unterrichtet wird das Fach von Frau Lenz, Frau Rahner, Herrn Bäumker, Herrn Enke und Herrn Dr. Brinkmann. In diesem Schuljahr werden wir außerdem unterstützt von Frau Schlummer und Frau Bogus.


Ziele des Faches

Wichtigstes Ziel des Faches ist es, den Schüler*innen Raum zu geben, zentrale allgemeine menschliche Grundfragen zu diskutieren und zu reflektieren. Daher nehmen ethische Fragen und Probleme einen großen Raum im Unterricht ein. Dies ist wichtig in einer Zeit, in der Schüler nach Orientierung suchen und zunehmend den unterschiedlichsten weltanschaulichen Angeboten ausgesetzt sind oder aus unterschiedlich religiös orientierten Familien zu uns kommen, um gemeinsam zu lernen. Im Philosophieunterricht werden Lebenseinstellungen miteinander verglichen und auf ihre Konsequenzen hin überprüft.Die Schüler*innen lernen, philosophische Antworten zu verstehen, und erkennen die weltanschaulichen Wurzeln bestimmter Haltungen. Neben den ethischen Fragen setzen wir uns im Philosophieunterricht auch mit Problemen auseinander, die die Schüler*innen aus dem Politik- oder Geschichtsunterricht, der Biologie, der Kunst oder dem Deutschunterricht kennen. In diesem Fach geht es jetzt darum, grundsätzliche Fragen zu erörtern, z.B.: Welche Bedeutung hat die Arbeit für den Menschen? Welche Dinge braucht der Mensch wirklich? Worin können wir Glück finden? Wie bewältigen wir den Tod?

Diese und ähnliche Fragen werden methodisch so bearbeitet, dass die Schüler zunehmend zu logischem Denken und einer rationalen Beurteilung befähigt werden. Die Ausbildung einer Gesprächskultur, die Erziehung zu Verständnis und Toleranz sind für den Philosophieunterricht wesentlich.

Die Bevorzugung von Unterrichtsmethoden, die das selbsttätige Lernen fördern und einüben, wie z.B. die Gruppenarbeit, resultiert aus der Einsicht, dass Menschen, die gegenwärtig in das Arbeitsleben eintreten, nur dann dauerhaft erfolgreich sein können, wenn sie bereit und fähig sind, lebenslang zu lernen. Der Philosophieunterricht leistet hierzu, ebenso wie alle anderen Fächer, seinen Beitrag.

Themen

Das Fach Praktische Philosophie ist nicht von vornherein auf bestimmte Inhalte und Themen ausgerichtet. Ein Problem wird erst dann zu einem philosophischen Thema, wenn es in den Brennpunkt dreier Perspektiven gerückt wird, nämlich

  1. der personalen Perspektive (Alltagserfahrungen, personale Grunderfahrungen der Schüler*innen),
  2. der gesellschaftlichen Perspektive (Wertvorstellungen und -konflikte innerhalb der Gesellschaft),
  3. der ideengeschichtlichen Perspektive (Leitvorstellungen und Ideen der philosophischen Tradition).

Das Kerncurriculum "Praktische Philosophie" versucht mögliche Themen, die aus diesen Perspektiven beleuchtet werden können, in sieben Fragenkreisen zu bündeln. Da die Befähigung zu verantwortlichem Handeln oberstes Ziel des Faches ist, können am Handlungsbegriff entlang die Themen entfaltet werden. So gehören zu jeder Handlung der Handelnde selbst (1), Betroffene der Handlung (2), der moralische Wert der Handlung (3), ihr gesellschaftlicher Kontext (4), die Objekte, Instrumente und Folgen der Handlung (5), ihr zugrunde liegende Erkenntnisse (6) und auch ihre Einbindung in das biographische und universale Ganze (7). Daraus ergeben sich diese sieben Fragenkreisen, die sich weiter in Themen untergliedern lassen:

  1. Die Frage nach dem Selbst
  2. Die Frage nach dem Anderen
  3. Die Frage nach dem guten Handeln
  4. Die Frage nach Recht, Staat und Wirtschaft
  5. Die Frage nach Natur und Technik
  6. Die Frage nach Wahrheit, Wirklichkeit und Medien
  7. Die Frage nach Ursprung, Zukunft und Sinn