Die Stiftung Courage stellt sich vor

Auf dem Scholl-Tag 2014 ist ein kurzes Info-Video über die Schüler-Stiftung Courage entstanden.

Zudem pflegt die Stiftung auch eine eigene Website.

 

 

Jugendliche engagieren sich für benachteiligte Kinder

Sara Ranjana Häuser bedankte sich nach der Preisverleihung mit der kleinen Emma aus Berlin am Samstag auf dem Sentenzbogen des Rathauses.  Foto: Stefan Schopmeyer, WN Münster

Sara Ranjana Häuser, Abiturientin aus Kinderhaus, nahm am Samstag (22. September 2012) stellvertretend für die Organisation „Children for a better World“ den Westfälischen Friedenspreis entgegen – und erlebte einen großen öffentlichen Auftritt. Fünf Jahre hat sie sich intensiv in der Schülerstiftung Courage engagiert.

An große Auftritte hat Sara Ranjana Häuser beileibe nicht gedacht, als sie sich vor fünf Jahren im Geschwister-Scholl-Gymnasium erstmals für die Schüler-Stiftung Courage engagiert hat. Am Wochenende hat ihr die ehrenamtliche Arbeit für benachteiligte Kinder im Stadtteil Kinderhaus die ganz große Bühne verschafft. Sara Ranjana stellte als eine von drei Jugendlichen bei der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises im Rathaus die Arbeit der ausgezeichneten Organisation „Children for a better World“ und damit auch das Projekt der Scholl-Gymnasiasten vor. Sie war in der „Tagesschau“ und allen Hauptnachrichten-Sendungen, ihr Name steht neben dem von Altkanzler Helmut Schmidt im Goldenen Buch der Stadt, sie stand neben den Großen der Politik auf dem Sentenzbogen, unter dem Tausende Münsteraner den Preisträgern zujubelten.

Zwei Tage danach ist Sara Ranjana immer noch schwer beeindruckt: „Es war ein tolles Erlebnis.“ Worauf sie sich mit ihrer Zusage einließ, als die Organisatoren der Preisverleihung anfragten, habe sie gar nicht gewusst, erzählt die 20-Jährige, die im Frühjahr am Geschwister-Scholl-Gymnasium ihr Abitur gemacht hat. Den Vorsitz der Schülerstiftung hat sie inzwischen an Elftklässlerin Maike Markfeldt übergeben.

„Dass wir bei der Preisverleihung vertreten waren, wird uns hoffentlich helfen, mehr Jugendliche für die Mitarbeit zu gewinnen“, sagt Maike. 15 Mädchen und Jungen sorgen bei „Courage“ dafür, dass sozial benachteiligte Kinder aus dem Stadtteil gefördert werden. Sie arbeiten als Paten für Grundschulkinder, unternehmen mit ihnen Ausflüge, geben, wenn nötig Nachhilfe, helfen in vielen Lebenslagen. In den Ferien veranstalten die Jugendlichen in den Grundschulen Workshops für die Kinder, die mit ihren Familien nicht in Urlaub fahren. Alle zwei Monate laden die Jugendlichen Grundschulklassen zu Leseabenden ein. „Wir wollen den Kindern ein bisschen von dem geben, was für uns selbstverständlich ist“, fast Sara Ranjana zusammen. Sie hat die Stiftung Courage wiederholt bei Veranstaltungen von „Children for a better world“ vertreten, der Organisation, die die Arbeit der Kinderhauser Jugendlichen fördert.

Der Politikprominenz im Rathaus hat Sara Ranjana am Rande der Preisverleihung übrigens reihenweise Körbe gegeben., „Vertreter alle Parteien haben mich gefragt, ob ich nicht in die Politik gehen will“, erzählt die eloquente und charmante junge Frau. Doch das Berufsziel des Mitglieds von Theater Cactus ist die richtige Bühne. Demnächst hat sie Vorsprechtermine an Schauspielschulen.

Von Karin Völker, WN Münster

 

Courage-Schüler-Stiftung

Münster-Kinderhaus - Gerechte Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen wollen die Mitglieder der „Courage Schülerstiftung - Schüler setzen Zeichen“ am Geschwister-Scholl-Gymnasium ermöglichen und dazu aktiv Beiträge leisten. Dafür setzt die Stiftung auf viele verschiedene Projekte. Und das nun schon seit fünf Jahren. Ein Jubiläum, das mit vielen Gästen feierlich begangen wurde.

Zu den Gratulanten, die die Stiftungsvorsitzenden Ranjana Häuser und Clemens Hesselink begrüßen konnten, zählte auch der ehemalige Schulleiter Heinz Beumer. Er sei sehr stolz darauf, die Entstehung dieser einmaligen Stiftung begleitet zu haben. Er spreche den Schülern aufgrund ihres außerordentlichen Engagements und der Verantwortung, die sie für andere übernähmen, seine Anerkennung aus.

Der jetzige Schulleiter Wilhelm Breitenbach bezeichnete die Stiftung als „Neudefinition von Schülerengagement“. „Eigentlich ist die Förderung von Bildung Aufgabe der Lehrer. Aber dass es sich an unserem Gymnasium Schüler zu ihrer Philosophie gemacht haben, anderen Schülern zu helfen ist schon etwas ganz Besonderes.“

Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson war ebenfalls voll des Lobes für das Engagement der Schüler: „Sie leisten damit einen Beitrag zum sozialen Frieden und haben etwas geschaffen, das über den Stadtteil hinaus strahlt.“

Unter den Gästen war auch die ehemalige Schülerin San Sa Nie Keizers, die zu den Gründungsmitgliedern von „Courage“ gehört. Sie berichtete von den Anfängen. „Unsere Idee war, das übriggebliebene Geld von unserer Abi-Feier nicht für Partys zu verschwenden, sondern damit etwas Sinnvolles und Nachhaltiges für andere zu schaffen und sie an der Bildung teilhaben zu lassen.“ Und wenn sie sehe, wie gut die Arbeit heute laufe, sei sie überzeugt, dass das rundum gelungen sei.

VON MARION FENNER, WN, MÜNSTER

Das fünfjährige Bestehen der Schülerstiftung Courage am Geschwister-Scholl-Gymnasium wurde mit vielen Gästen gefeiert. Foto: (wn, mfe)

Gründung Courage-Schüler-Stiftung

"Courage-Schüler-Stiftung - Schüler setzen Zeichen", so lautet der offizielle Name der Schülerstiftung, die von 20 Initiatoren aus der Oberstufe des Geschwister-Scholl-Gymnasiums gegründet wurde. Die Idee war entstanden, als sich der Abschlussjahrgang überlegte, wie das übrig bleibende Geld des Abiturballs sinnvoll verwendet werden könnte. Mit der Stiftung fanden sie eine Anlage, die langfristig hält und auf die die Abiturienten auch nach ihrem Abschluss zurück blicken können.

Als Ziel haben es sich die Grundsteinleger San Sa Nie Keizers, Pirkko Kettner, Anna Lena Knöfler, Hannah Richter und Manh Hung Truong aus der Stufenleitung der Jahrgangsstufenleitung der 13, Matthias Keil aus der 11. Klasse als Sprecher der Schülervertretung und Constanze Mönig aus der Jahrgangsstufe 12 gesetzt, Kinder und Jugendliche im Bereich der Bildung zu fördern. Dieser sehr breit gefächerte Ansatz geht von der, in der gemeinsam mit Paul Claahsen vom kommunalen Stiftungsmanagement der Stadt Münster ausgearbeiteten Präambel festgehaltenen, Annahme aus, dass "ein Teil unserer Kinder und jungen Menschen nicht mehr in ausreichendem Maße flankierende Hilfen zur allgemeinen Bildung erhalten". Dabei geht es vor allem um die sowohl finanzielle als auch persönliche Unterstützung von sozial benachteiligten Kindern.

Projekte können dabei sowohl die Anschaffung von Schulbüchern oder die Unterstützung bei einem Schüleraustausch sein als auch die Vermittlung von Schülern des Geschwister-Scholl Gymnasiums als Nachhilfelehrer an die Kinderhauser Arbeitslosenhilfe (KAI). Ins Auge gefasst haben die Schüler auch bereits die Gründung einer Theater-AG an einer Grundschule um so spielerisch an gesellschaftliche Probleme heranführen und soziale Eingliederung in Gruppen fördern zu können.

Den finanziellen Grundstock wird die derzeitige 13 mit den nicht für den Abiball verwendeten Erlösen aus Abipartys, Abizeitung, Kiosk oder Nikolausaktion legen. Dann fällt am 1. April 2006 mit einer offiziellen Präsentation der Startschuss für eine Werbekampagne, die weitere Gelder für die Stiftung einbringen soll. Die Arbeit der Stiftung wird in vielen kleinen Schritten von statten gehen, soll dafür aber auch langfristig halten, wie Anna Lena Knöfler versicherte. Die Verantwortung wird immer an die nachrückenden Schüler der Oberstufe weiter gegeben, so dass sich mit der Zeit eine Tradition entwickeln wird.

Wichtig ist für die Initiatoren, dass die ganze Schule hinter dem Projekt steht. Es wurde die gesamte Schülerschaft informiert und die Einwilligung der Jahrgangsstufe 13 und der Schulpflegschaft eingeholt, wobei besonders letztere die Idee mit großem Beifall aufnahm, wie Schulleiter Heinz Beumer berichtete. "Ich finde es einfach bemerkenswert", kommentierte Beumer. "Die Schüler senden damit ein sehr großes Signal". Tatsächlich handelt es sich bei der Schülerstiftung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums um die erste ihrer Art in NRW und es besteht die Hoffnung auf ein reges Engagement von Politikern und Sponsoren.