Courage-Schüler-Stiftung

Münster-Kinderhaus - Gerechte Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen wollen die Mitglieder der „Courage Schülerstiftung - Schüler setzen Zeichen“ am Geschwister-Scholl-Gymnasium ermöglichen und dazu aktiv Beiträge leisten. Dafür setzt die Stiftung auf viele verschiedene Projekte. Und das nun schon seit fünf Jahren. Ein Jubiläum, das mit vielen Gästen feierlich begangen wurde.

Zu den Gratulanten, die die Stiftungsvorsitzenden Ranjana Häuser und Clemens Hesselink begrüßen konnten, zählte auch der ehemalige Schulleiter Heinz Beumer. Er sei sehr stolz darauf, die Entstehung dieser einmaligen Stiftung begleitet zu haben. Er spreche den Schülern aufgrund ihres außerordentlichen Engagements und der Verantwortung, die sie für andere übernähmen, seine Anerkennung aus.

Der jetzige Schulleiter Wilhelm Breitenbach bezeichnete die Stiftung als „Neudefinition von Schülerengagement“. „Eigentlich ist die Förderung von Bildung Aufgabe der Lehrer. Aber dass es sich an unserem Gymnasium Schüler zu ihrer Philosophie gemacht haben, anderen Schülern zu helfen ist schon etwas ganz Besonderes.“

Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson war ebenfalls voll des Lobes für das Engagement der Schüler: „Sie leisten damit einen Beitrag zum sozialen Frieden und haben etwas geschaffen, das über den Stadtteil hinaus strahlt.“

Unter den Gästen war auch die ehemalige Schülerin San Sa Nie Keizers, die zu den Gründungsmitgliedern von „Courage“ gehört. Sie berichtete von den Anfängen. „Unsere Idee war, das übriggebliebene Geld von unserer Abi-Feier nicht für Partys zu verschwenden, sondern damit etwas Sinnvolles und Nachhaltiges für andere zu schaffen und sie an der Bildung teilhaben zu lassen.“ Und wenn sie sehe, wie gut die Arbeit heute laufe, sei sie überzeugt, dass das rundum gelungen sei.

VON MARION FENNER, WN, MÜNSTER

Das fünfjährige Bestehen der Schülerstiftung Courage am Geschwister-Scholl-Gymnasium wurde mit vielen Gästen gefeiert. Foto: (wn, mfe)

Gründung Courage-Schüler-Stiftung

"Courage-Schüler-Stiftung - Schüler setzen Zeichen", so lautet der offizielle Name der Schülerstiftung, die von 20 Initiatoren aus der Oberstufe des Geschwister-Scholl-Gymnasiums gegründet wurde. Die Idee war entstanden, als sich der Abschlussjahrgang überlegte, wie das übrig bleibende Geld des Abiturballs sinnvoll verwendet werden könnte. Mit der Stiftung fanden sie eine Anlage, die langfristig hält und auf die die Abiturienten auch nach ihrem Abschluss zurück blicken können.

Als Ziel haben es sich die Grundsteinleger San Sa Nie Keizers, Pirkko Kettner, Anna Lena Knöfler, Hannah Richter und Manh Hung Truong aus der Stufenleitung der Jahrgangsstufenleitung der 13, Matthias Keil aus der 11. Klasse als Sprecher der Schülervertretung und Constanze Mönig aus der Jahrgangsstufe 12 gesetzt, Kinder und Jugendliche im Bereich der Bildung zu fördern. Dieser sehr breit gefächerte Ansatz geht von der, in der gemeinsam mit Paul Claahsen vom kommunalen Stiftungsmanagement der Stadt Münster ausgearbeiteten Präambel festgehaltenen, Annahme aus, dass "ein Teil unserer Kinder und jungen Menschen nicht mehr in ausreichendem Maße flankierende Hilfen zur allgemeinen Bildung erhalten". Dabei geht es vor allem um die sowohl finanzielle als auch persönliche Unterstützung von sozial benachteiligten Kindern.

Projekte können dabei sowohl die Anschaffung von Schulbüchern oder die Unterstützung bei einem Schüleraustausch sein als auch die Vermittlung von Schülern des Geschwister-Scholl Gymnasiums als Nachhilfelehrer an die Kinderhauser Arbeitslosenhilfe (KAI). Ins Auge gefasst haben die Schüler auch bereits die Gründung einer Theater-AG an einer Grundschule um so spielerisch an gesellschaftliche Probleme heranführen und soziale Eingliederung in Gruppen fördern zu können.

Den finanziellen Grundstock wird die derzeitige 13 mit den nicht für den Abiball verwendeten Erlösen aus Abipartys, Abizeitung, Kiosk oder Nikolausaktion legen. Dann fällt am 1. April 2006 mit einer offiziellen Präsentation der Startschuss für eine Werbekampagne, die weitere Gelder für die Stiftung einbringen soll. Die Arbeit der Stiftung wird in vielen kleinen Schritten von statten gehen, soll dafür aber auch langfristig halten, wie Anna Lena Knöfler versicherte. Die Verantwortung wird immer an die nachrückenden Schüler der Oberstufe weiter gegeben, so dass sich mit der Zeit eine Tradition entwickeln wird.

Wichtig ist für die Initiatoren, dass die ganze Schule hinter dem Projekt steht. Es wurde die gesamte Schülerschaft informiert und die Einwilligung der Jahrgangsstufe 13 und der Schulpflegschaft eingeholt, wobei besonders letztere die Idee mit großem Beifall aufnahm, wie Schulleiter Heinz Beumer berichtete. "Ich finde es einfach bemerkenswert", kommentierte Beumer. "Die Schüler senden damit ein sehr großes Signal". Tatsächlich handelt es sich bei der Schülerstiftung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums um die erste ihrer Art in NRW und es besteht die Hoffnung auf ein reges Engagement von Politikern und Sponsoren.