Erdkunde

Die Fachkollegen
An unserer Schule unterrichten die folgenden Kollegen Erdkunde:
Herr Enke, Herr Gralla, Frau Hansen, Frau Mai, Frau Sander

Erdkunde in der Sekundarstufe I
Das Fach Erdkunde wird aktuell in der 5., 7., 8., und 9. Klasse mit je ein bis zwei Wochenstunden unterrichtet (G9neu).


Erdkunde in der Sekundarstufe II
Wir bieten Erdkunde jedes Jahr in der Oberstufe an, und zusätzlich zu dem Grundkurs, der an unserer Schule unterrichtet wird, bieten wir in Kooperation mit den Kooperations-Gymnasien einen Leistungskurs an. Der hier vorliegende Lehrplan des Faches orientiert sich bereits an den Erfordernissen des neuen Zentralabiturs:

Die Qualifikationsphase beginnt zunächst mit der Jahrgangsstufe 11 (Q1) und endet mit dem Schulhalbjahr 12.2. (Q2.2)

Kursthema 11.1: Landwirtschaftliche Nutzungssysteme in Räumen unterschiedlicher Entwicklung
Bei diesem Kursthema stehen insbesondere die gemäßigten Breiten, die Subtropen und die Tropen mit ihren unterschiedlichen Betriebssystemen im Mittelpunkt. Zusammen mit den Geofaktoren Klima, Vegetation und Boden (der durch die neuen Vorgaben zum Zentralabitur wieder an Bedeutung gewonnen hat) soll die unterschiedliche anthropogene Inwertsetzung von Räumen durch die Agrarwirtschaft vor dem Hintergrund einer ständig wachsenden Weltbevölkerung untersucht  und beurteilt werden. Hierbei werden die Schüler subsistenzorientierte Betriebssysteme in den Tropen und Subtropen (z.B. Wanderfeldbau und Nomadismus) kennen lernen, aber auch die deutsche marktorientierte Intensivwirtschaft oder das nordamerikanische Agrobusiness am Beispiel der Bewässerungswirtschaft im Kalifornischen Längstal. Die Raumbeispiele sind so gewählt, dass die Schüler neben unterschiedlich entwickelten Regionen auch unterschiedliche ökologische Probleme kennen lernen, die durch Über- oder Fehlnutzung von Ökosystemen ausgelöst werden. So lernen die Schüler die spezifische durch die Ausbreitung des Ackerbaus über die agronomische Trockengrenze hinaus verursachte Desertifikationsproblematik in den Trockenräumen südlich der Sahara kennen, aber auch die durch in Monokultur auf riesigen Flächen entstandene Dust Bowl in den nordamerikanischen Plains oder die durch Bewässerungsfeldbau auftretende Versalzungsproblematik in Zentral- und Südostasien ...
Übergeordnetes Ziel ist neben der Vermittlung von reinem Fachwissen die Sensibilisierung für ökologische Fragestellungen und die Suche nach nachhaltigen Produktionsmethoden, die durch sparsamen Ressourcenverbrauch auch eine langfristige Nutzung auch durch kommende Generationen ermöglichen.
Die Fachlehrer vermitteln alle relevanten Fachmethoden, so dass die Schüler mit der Zeit lernen, selbstständig Räume zu untersuchen und Raumanalysen vorzunehmen, wobei in jedem Halbjahr der Qualifikationsphase eine Raumanalyse durchgeführt wird.
Insgesamt werden die Schüler überrascht sein über die Vielzahl von Anknüpfungsmöglichkeiten für andere Fächer, denn das Fach Erdkunde enthält sowohl betriebswirtschaftliche Züge (vor allem bei den Standorttheorien und Entwicklungsmodellen), als auch naturwissenschaftliche Bezüge (Biologie, Physik) sowie geschichtliche Aspekte. 

Kursthema 11.2: Der sekundäre und tertiäre Wirtschaftssektor und deren Raumwirksamkeit
Die Kurssequenz ist historisch aufgebaut und geht von den vorindustriellen wirtschaftlichen Strukturen und Möglichkeiten im Sauer- und Siegerland bzw. im Bergischen Land aus und zeigt die Veränderungen durch die Industrielle Revolution auf. Somit steht zunächst Nordrhein Westfalen und insbesondere das Ruhrgebiet im Mittelpunkt des Unterrichts. An diesem Beispiel werden die Standorttheorien von Weber und die Standortfaktoren vermittelt, die es den Schülern später erlauben, selbstständig Wirtschaftsräume zu analysieren und zu bewerten.
Um diese Bewertung vornehmen zu können, werden den Schülern Entwicklungsmodelle vermittelt und Beispiele von Räumen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen zum Vergleich dargelegt:
Ausgehend von der Montanindustrie in einem klassischen alten Revier beschäftigen sich die Schüler in der Folge mit der Automobilindustrie am Beispiel Wolfsburg, den Sonderwirtschaftszonen Chinas und den grundlegenden wirtschaftlichen Unterschieden zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern.
Das zweite Reihenthema lautet Tourismus mit seiner Bedeutung für Quell- und Zielregionen. Anhand typischer Tourismusformen sollen grundlegende Unterschiede zwischen sanften und harten Tourismus erarbeitet werden. Die Schüler lernen die Folgen von Massentourismus kennen, aber auch den Ökotourismus auf den Galapagos-Inseln oder den Ethnotourismus in Marokko. Auch hier gilt es, sowohl ökologische Anforderungen als auch ökonomische und kulturelle Interessen in Einklang zu bringen. Gegen Ende der Reihe sollten die Schüler in der Lage sein, selbstständig bestimmte Erscheinungsformen des Tourismus in ausgewählten Regionen zu analysieren und zu bewerten.    

Kursthema 12.1:  Prozesse und Probleme im urbanen Raum
Zentrale Themen dieser Kurssequenz ist die mittelalterliche Stadt, die sehr gut an deutschen Städten vermittelt werden kann (wobei die Schüler die modernen Möglichkeiten von Luftbildern aus dem Internet zur Erarbeitung hinzuziehen), die südamerikanische und orientalische Stadt. Die nordamerikanische Stadt wird vor allem als Stadtlandschaft vermittelt mit ihren typischen sozialen Problemen und Gegensätzen, die sich auch heute noch im Stadtbild niederschlagen. Während die südamerikanische Stadt auf die in 12.1 vermittelten wirtschaftlichen Aspekte zurückgreifen kann und insbesondere die Probleme von Entwicklungsländern widerspiegelt, ist die orientalische Stadt durch das neue Zentralabitur neu in den Focus geraten.
Insgesamt geht es neben den Leitbildern der Stadtentwicklung in außereuropäischen Kulturräumen um interurbane Wanderungen, Konzentrationen und Verlagerungen von Bevölkerungsgruppen und wirtschaftlichen Aktivitäten, die sich in den funktionalen Vierteln (z.B. City bzw. Nebengeschäftszentren und Stadtrandwohnviertel der Mittelschicht) niederschlagen.
Weiterhin wird es um die Beziehungen zwischen einzelnen Städten und Ballungsräumen gehen, also um die zentralen Orte, die siedlungsräumliche Grundstruktur und die Probleme der Raumstruktur. Ziel ist die Vermittlung von Sachkenntnissen und methodischen Fertigkeiten, die es den Schülern erlauben, unterschiedlich bedeutende Städte aufgrund ihrer funktionalen und sozialräumlichen Unterschiede zu unterscheiden. In diesem Zusammenhang nutzen wir die zentrale Bedeutung Münsters als Oberzentren für entsprechende Exkursionen.

Kursthema 12.2:  Raumprägende und raumverbindende Prozesse im Spannungsfeld von sozialen Gruppen, Staaten und Kulturgemeinschaften
Neben Problemen der Raumordnung in entwicklungsstarken und - schwachen Räumen Deutschlands geht es vor allem um grenzüberschreitende Raumplanung (Euregio Maas-Rhein), regionale Integrationen wie die EU, die NAFTA oder der MERCOSUR.
Wir untersuchen die Ziele dieser regionalen Wirtschaftsbündnisse im heutigen Zeitalter der Globalisierung und wägen ab zwischen Protektionismus zum Schutz eigener wirtschaftlicher Interessen und einem notwendigen freien Welthandel gerade für die weniger entwickelten Staaten.