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Schüler drehen Filme im Unterricht

Erstellt von Von Kathrin Hartz (MZ online, 16.12.2011) | | Kunst

KINDERHAUS Bunte Legomännchen planen einen Angriff auf das Geschwister-Scholl-Gymnasium. Schüler inszenieren den Tod eines Freundes. Und Vivian wird aufs Übelste gemobbt. Doch das ist alles nur gespielt: Erstmals bietet das Scholl-Gymnasium das Wahlpflichtfach „Film“ an.

Kamerateams jagen durch die Schule und halten die Szenen filmisch fest – selbstverständlich mit Drehgenehmigungen in der Tasche. Und was macht derweil Schulleiter Wilhelm Breitenbach? Er sitzt entspannt in seinem Büro und gibt ein Interview. Aus 27 Schülern der fünften Klassen hat sich die Filmklasse gebildet, „ähnlich, wie es in anderen Schulen Musikerklassen gibt“, sagt Lehrerin Evelyn Futterknecht, die gemeinsam mit Jürgen Lemke die Filmklasse betreut.

Futterknecht, die selbst schon Dokumentarfilme drehte, erklärt, wie das Projekt im Lehrplan verankert ist.

Medienkompetenz

Über einen Zeitraum von fünf Jahren haben die Kinder nun die Gelegenheit, sich dem Medium Fernsehen von einer anderen Seite als dem Sofa zu nähern. „Dabei steht die Vermittlung von Medienkompetenz im Vordergrund“, sagt Jürgen Lemke. Die Kinder sollen nicht nur unkritische Konsumenten sein. Der Kunstlehrer erreichte mit einer Oberstufenklasse erst kürzlich bei einem bundesweiten Filmwettbewerb mit rund 3000 Teilnehmern einen Platz unter den besten 100.

Die Unterstufenschüler sollen das gesamte Spektrum des Films kennen lernen. Mit Aufgaben wie Drehbuch, Storyboard, Kamera, Beleuchtung und Schnitt müssen sich die Fünftklässler ebenso auseinander setzen wie mit Schauspiel, Requisite und Dramaturgie.

Schule in Gefahr

So sitzen Lorenz, Joris und Samuel auf dem Sofa ihres Klassenraums und arbeiten noch am Drehbuch ihrer Komödie „Schule in Gefahr“. Der Filmtod von Joris, der seinem schauspielerischen Einsatz, in dem er erschossen werden soll, entgegenfiebert, muss noch besser überlegt werden. Tarik braucht unbedingt noch eine Drehgenehmigung. Julia, Hannah, Paula und Momo haben die erste Szene ihres Rundgangs durch die Schule mit geheimnisvollen Phantasy-Elementen abgedreht.

Kooperation

Um sich mit dem nötigen Fachwissen, Lehrerschulungen sowie mit noch nicht vorhandener Technik auszustatten, hat sich das Geschwister- Scholl-Gymnasium dem Filmbildungsnetzwerk angeschlossen, einer Kooperation mit dem Medienzentrum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe.Schon jetzt fiebern die Schüler dem Schülerfilmfestival im Schlosstheater im Sommer entgegen. Dort werden sie die Gelegenheit haben, ihre eigenen Arbeiten auf der großen Kinoleinwand zu sehen.

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Tarik Böhnke (r.) befragt Schulleiter Wilhelm Breitenbach, Fin Witte hält das Interview mit der Kamera fest. (Foto: Hartz)