Zum Inhalt springen

Studienfahrt der Geschichtskurse nach Berlin

| Exkursionen

Seit fast 20 Jahren bietet das Geschwister-Scholl-Gymnasium den Schüler*innen der Geschichtskurse in der  Q1 eine Studienfahrt nach Berlin an. Auf dem Programm stehen Lern- und Informationsorte der historischen wie politischen Bildung. Die Schwerpunktsetzungen wechseln jährlich. In diesem Jahr lag der Fokus anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau auf Lernorte zur Shoa.

Im Jüdischen Museum lernten die Schüler*innen nicht nur eine hochspannende Museumsarchitektur kennen, sondern vor allem auch das jüdische Leben im heutigen Deutschland: In koscheren Gummibärchen steckt Fischgelatine, was einige neugierige Schüler*innen gleich ausprobierten:  "Schmeckt gar nicht nach Fisch", wunderte sich ein Schüler, doch schmecken konventionelle Gummibärchen etwa nach Rind oder Schwein?

Neben der historischen Schwerpunktsetzung standen auch politische Institutionen auf dem Programm.  Bei der  offenen Diskussionsrunde  im Willy-Brandt-Haus ging es hoch her. Ob die SPD sich denn genügend für den Klimaschutz einsetze, entzündete eine intensive Diskussion auch zwischen den Schüler*innen.

Der nächste Vormittag war einem Besuch in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand gewidmet, wobei die Schüler*innen erkannten, dass es neben den Geschwistern Scholl eine große Anzahl anderen Personenen gab, die Widerstand gegen das NS-Regime leisteten.

Nachmittags erfuhren die Schüler*innen bei einem Besuch im Bundesrat, wie die Gesetzgebung des Bundes erfolgt. In einer Simulation scheiterte der Antrag der Bundesregierung, einen bestimmten Preis für Co2-Verbrauch zu erheben, hauchdünn. Als 35  von 69 Stimmen der Länder den Vorschlag in der vorliegenden Form ablehnten, war die Sitzung schlagartig vorbei. Die Schüler*innen mussten erkennen, dass Demokratie die Kunst des Kompromiss' bedeutet. Das Programm endete mit einem Besuch im Ort der Information unterhalb des  Denkmals für die ermordeten Juden Europas.

Am letzten Tag besuchten die Schüler*innen das ehemalige Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen.  Welche Konsequenzen nonkonformes oder gar oppositionelles Verhalten im Einzelfall haben konnten, erfuhren die Schüler*innen sehr eindrucksvoll bei Führungen durch zwei ehemalige Häftlinge.  Nicht mit physischer Gewalt, sondern mit psychischem Terror versuchte die Stasi in ihrer Verhörfabrik die Menschen systematisch zu brechen.

Zurück
DSC09888.JPG
Im Innenhof des Bendler-Blocks
DSC09952.JPG
Im Haus der sog. Wannsee-Konferenz
DSC09918.JPG
Knapp gescheitert