Dublin ruft: Einblicke und Herausforderungen meines Praktikums in Irland
Meine Reise begann einige Tage vor meinem Praktikum am 31. Januar 2026 in Dublin. Angekommen war ich überwältigt von der Großstadt. Ich konnte es kaum fassen, weshalb ich die freien Tage vor meinem eigentlichen Praktikumsbeginn nutzte, um mich in Dublin zurechtzufinden. Ich fing also an, mir die Großstadt anzuschauen und nahm dabei die bekannten Doppeldeckerbusse. Mir fiel besonders in Dublin auf, dass alles organisiert war: Vom Einsteigen bis hin zum Aussteigen.
Ich kaufte mir bereits am Flughafen eine Leap Card, damit konnte ich sowohl Bus als auch Bahn fahren. Wie gesagt, bereits beim Einsteigen fiel mir auf, dass alle Passagiere nur vorne einsteigen, anders als in Deutschland, wo man auch von hinten rein konnte. Jeder hatte eine Leap Card, die beim Einsteigen selbstständig an die Maschine getappt werden musste. Um so viel wie möglich von der Stadt zu sehen, saß ich meistens ganz oben, von dort aus hatte ich einen guten Überblick und konnte die Stadt in vollen Zügen genießen. Besondere Augenblicke, die mich immer wieder an Dublin faszinierten, war die Freundlichkeit der Menschen dort. Beim Aussteigen aus dem Bus war es ganz selbstverständlich, dass jeder sich laut beim Busfahrer bedankte. Die ersten Tage habe ich mich das nicht so recht getraut, doch nach einiger Zeit, die ich in Dublin und den Menschen dort verbrachte, gewöhnte ich mich allmählich dran. Es wurde für mich ganz selbstverständlich. Ich fühlte mich teilweise sogar respektlos, wenn ich mich nicht lautstark bedankte, obwohl ich genau wusste, dass es keine Pflicht war.
Die Iren sind von Natur aus sehr hilfsbereit und freundlich, sie haben mich während meines Aufenthalts mit offenen Armen empfangen. Sie waren verständnisvoll, wenn ich bestimmte Dinge nicht sofort wusste, wie z. B. als ich entlang des Parks gelaufen bin und ein Croissant gegessen habe, was im ersten Moment nicht verkehrt schien. Hätte womöglich unangenehm geendet, denn was ich nicht wusste, war, dass die Möwen, die in Irland heimisch waren, sehr aggressiv waren und einen attackierten, wenn sie Essen sahen. Ich, die es also nicht wusste, wurde freundlich von vielen Bürgern darauf aufmerksam gemacht, wodurch ich es vermied, in der Nähe von Möwen zu essen. Am Sonntag machte ich mich auf den Weg und besuchte viele Attraktionen wie die St. Patrick’s Cathedral, eine historische und atemberaubend schöne Kirche. Dort verbrachte ich einige Stunden und betrachtete das Denkmal. Zudem besuchte ich das Dublin Castle, ein altes, historisch bedeutendes, sehenswertes und elegantes Schloss. Was auf meiner Reise in Dublin nicht fehlen konnte, war ein Besuch in Howth, eine alte Küste, wo ich die Cliffs entlanglief und einen schönen Ausblick genießen konnte. Auch ein Besuch im Howth Village durfte ich mir nicht entgehen lassen. Ich lief entlang des Harbours und probierte die leckersten Food-Spots aus, besonders der Fish and Chips bleibt mir bis heute noch im Gedächtnis.
Dublin ist gut vernetzt, wodurch man zu Fuß und mit dem Bus alle Plätze gut erreichen kann. Ich machte mich zu Fuß in die Stadt und besuchte viele schöne Plätze und Cafés. Ich sah eine Menge Pubs wie der Temple Bar die als Touristen Attraktionen gilt da sie schön verziert und sehr auffällig rot ist. Pubs gehören zu irischer Kultur, dort spielt meisten eine live Band. Zudem bekommt man traditionelles Essen zu kaufen. Die meisten gehen jedoch dahin, um was zu trinken und Kontakte zu knüpfen. Ich besuchte auch das Molly-Marone-Statue eine Bronzestatue, die eine fiktive Fischerhändlerin darstellt, welche mit dem traditionellen irischen Volkslied Molly Malone in Verbindung gebracht wird. Zudem probierte ich das typische Full Irish Breakfast, das auch auf meine To Do Liste stand. Was bei einem Irish Breakfast nicht fehlen durfte, war ein voller Teller mit Würsten, Bacon Irish Soda Bread - ein traditionelles Brot, Butter, Ei, Black Pudding und White Pudding, gegrillte Tomate und ein großer gebratener Champignon und natürlich Irish Black Tee.
Nach dem ganzen Vergnügen begann mein eigentliches Praktikum der Grund, weshalb ich in Dublin war. Aufgrund des Bank Holidays begann es erst am Dienstag, den 2. Februar, in der EC Clinic. Mein Tag begann um 8.30 Uhr in der Clinic. Dort arbeiten nur zwei Mitarbeiter: Eduardo der Rezeptionist und Dr. Eliana Castaneda, die auf Gynäkologie und Ästhetik spezialisiert ist. An meinen ersten Tag wurden mir von Eduardo die wesentlichen organisatorischen Abläufe gezeigt. Im Laufe der Woche erhielt ich dann meine Arbeitskleidung und bekam zunächst unter Aufsicht kleinere Aufgaben, wie Patienten ins Behandlungszimmer der Ärztin zu führen sowie die Ergebnisse des Ultraschall zu scannen. Auch durfte ich bei einer Untersuchung auch Cervical Checks genannt, zuschauen, wobei Stichproben der Frau genommen wurde. Meine Aufgabe war es dabei, die Ergebnisse zu Eduardo zu bringe, der dann alles scannte. Danach war es meine Aufgabe, sie einzupacken, damit sie am Ende der Woche per Post verschickt werden konnten. Auch hatte ich die Gelegenheit, bei einem Baby-Ultraschall zuzuschauen.
In der Clinic finden Montag und Dienstagmorgen sowie Donnerstag die gynäkologischen Untersuchungen statt, während Dienstagnachmittag und Donnerstag ästhetische Behandlungen stattfinden. Meisten sind an diesen Tagen nicht viele Patienten da, wodurch es nicht viel zu tun gibt. Donnerstag hatten wir nur vier Patienten, deshalb durften Eduardo und ich uns einer Ästhetischen Behandlung als Patienten bereitstellen. Eduardo bekam ein Mittel gegen Falten ins Gesicht gespritzt, ich durfte ihn darauf vorbereiten und seine Kopfhaut desinfizieren. Währenddessen hatte ich eine Gesichts Scan Untersuchung. Dabei wurde mein Gesicht gescannt, um meinen Hauttypen zu untersuchen, um mir eine bessere Skincare-Routine aufstellen zu können. Nach dem Scan wurde ich mit einer speziellen Gesichts-Creme behandelt. Die restlichen Tage lernte ich, wie man Telefonate entgegennahm und alles auf den Computer dokumentierte. Nach jeder Schicht war es meine Aufgabe, die Lichter auszumachen und die Geräte bereitzulegen, denn jeden Morgen musste ich checken, ob genug Handschuhe, Kittel und genug Spekula vorhanden waren.
In der zweiten Woche kam eine weitere Praktikantin dazu, mit der ich mich im Laufe der Zeit anfreundete. Sie geht auf die Deutsche Schule in Dublin, wodurch wir uns abseits vom Englischen auch auf Deutsch unterhielten. Ich bekam die Aufgabe als Experte darin, ihr alles so beizubringen, wie es mir gezeigt wurde. In der zweiten Woche war ich überwiegend alleine auf mich gestellt und arbeitete selbstständig mit der neuen Praktikantin. Dadurch, dass es sehr selbstständig zuging, entstand eine lockere und gewohnte Arbeitsatmosphäre. Auch gab es, wie in der ersten Woche, Tage, an denen es nicht viel zu tun gab, da durften wir uns in den Pausenraum setzen und an unseren Praktikumsberichten arbeiten. An meinem letzten Tag lud uns die Ärztin zum Abschied zum Essen ein, wodurch mein Praktikum und auch meine unvergessliche Reise in Irland offiziell beendet war.


