Stolpersteine zum Glänzen gebracht

"Isaak Pels war ein angesehener Soldat im Kaiserreich und war als stolzer Deutscher für das Vaterland in den Krieg gezogen - dementsprechend konnte er gar nicht fassen, warum ihn die Nationalsozialisten enteigneten, ihm verboten seinen Beruf auszuüben und ihn letztlich deportierten.“

Tim tritt zurück, während Sanari eine Rose auf den nun glänzenden Stolperstein legt, der an diesen verfolgten und ermordeten Münsteraner erinnert. „Gerda Humberg war gerade mal 20 Jahre alt, als sie gezwungen wurde, ihre Heimatstadt zu verlassen, weil sie nach Theresienstadt deportiert wurde!“ staunt Charlotte. An diesem 6. November hilft der Zusatzkurs der Q2 die Erinnerung an verschleppte und ermordete MünsteranerInnen wach zu halten, einigen der vielen Opfer wieder einen Namen, eine Identität und ein Stück ihrer Würde zurückzugeben. Gemeinsam legen sie die Stolpersteine unter dem Herbstlaub im Südviertel frei und putzen das unansehnlich schwarz-angelaufene Messing bis die Namen auf der goldenen Messingplatte wieder strahlen. Passanten bleiben stehen, „stolpern“ zum ersten Mal über die Steine, die nun wieder sichtbar an Menschen erinnern und vor der Gefahr von Rassismus und Totalitarismus warnen.