„Die ersten Erfahrungen sind positiv“

„Die ersten Erfahrungen sind vielversprechend: ,G 9 neu´ am Geschwister-Scholl-Gymnasium ist gut angelaufen“, berichtet Wilhelm Breitenbach, Schulleiter des Kinderhauser Gymnasiums. Mit Beginn des neuen Schuljahres waren die ersten Fünftklässler eingeschult worden, die nach neun Jahren das Abitur machen können und wieder „mehr Zeit zum Lernen“ haben.

Dass die Stimmung in den Klassen gut ist, konnten die Lehrer bereits an den Reaktionen ihrer Schüler feststellen, Fächer wie „Soziales Lernen“ schließen an die Erfahrungen der Kinder aus den Grundschulen an und fordern gleichzeitig zu neuen Lern- und Verfahrensweisen heraus. Das wurde jetzt auch von den Eltern beim ersten Sprechtag für die Erprobungsstufe zurückgemeldet.

Die Schule will sich aber nicht auf subjektive Wahrnehmungen verlassen. „Wir wollen eine objektive Begutachtung des neuen Projektes“, so Schulleiter Breitenbach in einer Pressemitteilung des Gymnasiums. „Deshalb haben wir uns - wie die anderen G9-Gymnasien im Lande auch - zu einer wissenschaftlichen Begleitung bereit erklärt“.

Die Entwicklung am Scholl-Gymnasium wird jetzt von einer Forschergruppe der Universitäten Bochum und Duisburg-Essen untersucht, teilt das Geschwister-Scholl-Gymnasium mit. Geleitet werde die wissenschaftliche Begleitung von den Bildungsforscherinnen Prof. Gabriele Bellenberg, Prof. Isabell van Ackeren und Jun.-Prof. Grit im Brahm. „Die Beteiligung am Schulversuch bedeutet für die Gymnasien kein einfaches Zurück zum G 9-Bildungsgang“, habe van Ackeren jetzt bei einem Treffen der G 9-Gymnasien in der Uni Essen erläutert. „Von ihnen werden innovative Konzepte zur Flexibilisierung der Schulorganisation, zur Abstimmung zwischen fachlichen Anforderungen und verfügbarer Lernzeit sowie zur Verbesserung individualisierter Förderung erwartet.“

Inwieweit der Versuch einen Innovationsschub an den beteiligten Schulen mit sich bringt, ist eine der zen­tralen Fragen des Forschungsprojektes. „Genau das wollen wir auch wissen“, beschreibt Wilhelm Breitenbach das Interesse des Gymnasiums und die Erwartungen der Eltern.

Im kommenden Frühjahr werden die ersten belastbaren Ergebnisse vorliegen. Aber Wilhelm Breitenbach ist optimistisch: „Wie gesagt, die ersten Erfahrungen sind positiv.“

WN Münster